Freitag, 12. Dezember 2008

the rise and demise of neoconsevatism

Einstmals, als der Kapitalismus noch von den Kräften der protestantischen Ethik zehrte, war er im Bündnis mit Tugenden gewesen, aber zunehmend werde er zu Verbündeten des Lasters. Denn wer rund um die Uhr Pornos schauen, sich eine private Flugzeugflotte zulegen oder tonnenweise Fastfood in sich hineinstopfen will, der werde von einem Markt versorgt, der noch in jeder Perversion, wenn sie nur von genügend Menschen geteilt wird, eine Zielgruppe und eine Marktlücke sieht. Den neokonservativen Denkern, allesamt brillante Köpfe, blieb natürlich nicht verborgen, dass es der von ihnen so geschätzte liberale Kapitalismus war, der die Gier der Konsumenten nach immer mehr und immer Neuem brauchte, und daher jedes Laster noch anstachelte, weil es sich, aus Unternehmerperspektive, als Tugend ausnahm - "Nachfrage" genannt. Das war natürlich eine zusätzliche Herausforderung für das neokonservative Denken, da ihre Verehrung des privaten Unternehmertums ja im Anschluss an Adam Smith davon ausgehen musste, dass sich individuelle Laster wie etwa das Gewinnstreben und der Eigennutz durch das Wirken der sagenumwobenen unsichtbaren Hand in öffentliche Tugenden verwandeln würden. Aber darauf war nun offenkundig kein Verlass mehr, wie Irving Kristol erkannte: "Die entscheidende Frage, der wir nun gegenüberstehen, ist, dass private Laster sich keineswegs mehr in öffentlichen Nutzen für eine bürgerliche Ordnung verwandeln. Vielleicht müssen wir anerkennen, dass die freiheitliche Tradition des Kapitalismus einfach zu wenig Vorstellungskraft hatte, um das Laster wirklich zu begreifen. Sie hat einfach nicht sehen wollen, dass das Laster, wenn sie von Religion, Moralität oder Gesetz nicht eingedämmt werden, einfach nur lasterhafte Resultate zur Folge haben würden. Sie war blind für die Gefahr des selbstzerstörerischen Nihilismus, gegen den sich jede Gesellschaft verteidigen muss."

Samstag, 6. Dezember 2008

adventus II

Gottes Gnade konnte sich nicht gnadenreicher einführen als dadurch, dass der eingeborene Sohn Gottes selbst, unwandelbar in sich beharrend, das Menschsein anzog und den Menschen durch Vermittlung des Menschen die Hoffnung auf seine Liebe eröffnete, damit sie durch diese Hoffnung zu ihm gelangten: den Sterblichen als Unsterblicher, den Wandelbaren als Unwandelbarer, den Gottlosen als Gerechter, den Unseligen als Seliger. Und weil er die Sehnsucht nach Glückseligkeit und Unsterblichkeit von Natur aus in uns hineinlegte, so hat er, in der Glückseligkeit verharrend und die Sterblichkeit annehmend, uns gewährt, wonach wir verlangen, und zugleich durch sein Leiden uns gelehrt, das zu verachten, wovor wir uns fürchten.(aus: Der Gottesstaat 10,28)

Freitag, 5. Dezember 2008

Adventus

Philipper 4, 4-7Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich: Freut euch! Eure Güte werde allen Menschen bekannt. Der Herr ist nahe. Sorgt euch um nichts, sondern bringt in jeder Lage betend und flehend eure Bitten mit Dank vor Gott! Und der Friede Gottes, der alles Verstehen übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken in der Gemeinschaft mit Christus Jesus bewahren.----------Die "Freude im Herrn", von der der Apostel Paulus spricht, meint eine tiefe Freude, die in Gott gründet und die man mit dem Wort "Lebendigkeit" umschreiben könnte. Fühlen sich Menschen heute lebendig? Das Leben vieler ist gefüllt bis zum Rand. Ich renne, arbeite, treffe mich mit anderen, genieße auch viel Unterhaltung und Abwechslung, aber bedeutet das schon inneres Lebendig-Sein? Manche fühlen trotz eines Lebens auf Hochtouren Leere und Langeweile in sich. Vielleicht auch eine lähmende Grundstimmung. Letztlich könnte ich genauso gut alles bleiben lassen, letztlich sei eh alles belanglos.Es scheint eben doch nicht gleichgültig zu sein, wovon der Mensch bewegt und in Schwingungen versetzt wird. Er scheint etwas zu brauchen, was seinem Leben zugleich Tiefe und Leichtigkeit, Substanz und Spontaneität gibt. Davon bin ich überzeugt: Wirkliche Lebendigkeit hat mit tragenden und zugleich herausfordernden Beziehungen zu tun, in denen wir Liebe und Angenommensein erfahren und selber schenken. Wirkliche Lebendigkeit hat mit einem Lebenssinn zu tun, für den es sich zu leben und zu sterben lohnt.
Weihbischof Kreidler

Donnerstag, 4. Dezember 2008

marriage

Dignity and Greatness of Marriage

The purpose of marriage is to help married people sanctify themselves and others. For this reason they receive a special grace in the sacrament which Jesus Christ instituted. Those who are called to the married state will, with the grace of God, find within their state everything they need to be holy, to identify themselves each day more with Jesus Christ, and to lead those with whom they live to God.Conversations, 91

Hl Josef Maria Escriva

presente

Last week I was participating in a huge remembrance celebration for people who had, over the years, been killed in Central America and Latin America. This demonstration was in Georgia at Fort Benning where there is a place called the School of the Americas. Part of the celebration and demonstration is a long procession and there were over 20,000 people there, so this is a very long procession, people walking in a line, four abreast. During that procession, a number of people read out names like "Oscar Romero" and everybody in the procession responds, "Presente!"-"he's alive, he's with us."
They go through the list of those tens of thousands of people, like the Jesuits who had been murdered on November 16, 1989 and the two women, the housekeeper and her daughter living with them. Or just unknown people, tiny children -- they'd always give the age of the person -- and the whole crowd would again cry out, "Presente!" As you walked along, you heard those names and you became aware, Yes, they are present because they're with God and God is present

brot und spiele

"Der Neoliberalismus hasst Kultur. Deshalb zwingt er Unterhaltung auf, will eine sinnentleerte, vom Fernsehen hypnotisierte Menschheit, will Konsumierer, Individualisten, keine Staatsbürger. Man schaue sich nur die Fernsehprogramme an. Unser Bewusstsein, unseren Geist nähren sie nicht. Der kulturelle Nutzen ist sehr gering. Dies ist das Projekt des Neoliberalismus

Frei Betto